Die Saga „Erdsee“ von Ursula K. Le Guin gehört wohl zu den Klassikern, die jeder eimal gelesen haben sollte. Insgesamt umfasst die Reihe sechs Geschichten, wobei die ersten vier inzwischen meist nur noch in einem Sammelband zu bekommen sind.

Diesen Sammelband habe ich nun auch gelesen.

Da es sich um vier einzelne Geschichten handelt, werde ich die Inhaltsangaben auch in vier Teile aufteilen.

  1. „Der Magier der Erdsee“: Die erste Geschichte dreht sich um den Jungen Ged, auch Sperber genannt.Ein Ziegenhirte von einer der kleineren Inseln der Erdsee. Bei einem Überfall von Piraten stellt sich heraus, dass er in der Lage ist, Magie zu wirken. Damit beginnt seine Reise und er gelangt auf die Insel der Magier, wo er unterrichtet wird. Er ist ein gelehriger und wissbegieriger Junge, doch auch sehr stolz und ehrgeizig. In einem Streit mit einem älteren Jungen wendet er eine verbotene Formel an und befreit etwas schreckliches, dass ihn fast umbringt, bevor es floh. Er macht sich auf den Weg das Übel, dass er selbst in die Welt gesetzt hat, zu zerstören.
  2. „Die Gräber von Atuan“: Diese Geschichte dreht sich um ein junges Mädchen, Tenar, auf einer fernen Insel. Sie ist die wiedergeborene Priesterin der Gräber und ihr Leben gehört der Macht, die dort wohnt. Viele Schätze liegen im Labyrinth unter den Gräbern und eines Tages findet sie dort unten einen Fremden. Ged der Magier ist dort und soll einen bestimmten Schatz bergen. Die Beiden freunden sich an und Ged überzeugt sie schließlich mit ihm von der Insel zu fliehen, doch das ist nicht so leicht, wie gedacht, denn die finstere Macht lässt nichts unversucht um sie gefangen zu halten.
  3. „Das ferne Ufer“ Ged ist inzwischen zum obersten Magier aufgestiegen und schlimme Nachrichten gehen um. Die Magie soll aus der Welt verschwinden. Der junge Prinz Arren ist einer der Überbringer dieser Nachrichten und bittet um Hilfe. Mit ihm zusammen macht Ged sich auf den Weg um den Ursprung der Dunkelheit zu finden. Um die Magie selbst zu retten. Eine Reise bis ans Ende der Welt beginnt, doch bald finden sie heraus, dass es nicht die Lebenden sind, wegen denen das alles passiert.
  4. „Tehanu“: Diese Geschichte schließt nahtlos an die vorherige Geschichte an und handelt wieder von Tenar, die inzwischen älter ist und sich ein neues Leben, fernab der Insel der Gräber aufgebaut hat. Sie hat ein kleines Mädchen aufgenommen, von Brandnarben entstellt. Doch wer ist dieses Mädchen wirklich? Und welches Geheimnis hütet sie?

Ursula K. Le Guin erschafft eine Welt vom Rang des „Herr der Ringe“. Fantastisch und gewaltig und alles andere als friedlich. Mit jeder Geschichte erfährt man mehr über die Geschichte von Erdsee, die verschiedenen Inseln und alte Sagen. Beim lesen sollte man auf alles achten, denn in der nächsten Geschichte kommt vielleicht genau das vor, was vorher als Hintergrundinformation gestreut wurde.

Auch vom Schreibstil her erinnert es mich an „Herr der Ringe“. An manchen Stellen ist es etwas langatmig, aber man wird mit wunderschönen und tiefgründigen Gesprächen belohnt, die gar nicht so fern von der Realität liegen. Allerdings zieht sich die Handlung ein wenig dahin. Die Anfänge der Geschichten sind immer sehr ruhig, alltäglich. In der Mitte wird die Gefahr bewusst, oder etwas unvorhergesehenes geschieht. Erst am Ende der jeweiligen Geschichten gipfelt das Finale in meist nur wenigen Seiten.

Anfangs wirkte die Geschichte noch typisch. Magier und die Rettung der Welt. Doch die Autorin beschäftigt sich in ihren Geschichten auch mit Themen wie (z.B. in der 3. Geschichte) die Angst vor dem Tod und der Frage, was danach kommt.

Allerdings zieht sich die Handlung ein wenig dahin. Die Anfänge der Geschichten sind immer sehr ruhig, alltäglich. In der Mitte wird die Gefahr bewusst, oder etwas unvorhergesehenes geschieht. Erst am Ende der jeweiligen Geschichten gipfelt das Finale in meist nur wenigen Seiten. Diese Reihe kann ich jedoch nicht uneingeschränkt empfehlen. Kinder sollten die Finger davon lassen, da doch teilweise sehr ernste Themen angeschnitten werden (Tod/Verstümmelung). Ich würde ab zwölf empfehlen, je nach Kind natürlich.

Ansonsten: Lest diese Reihe!

4 von 5 ⭐️