Kjara betritt den Beichtstuhl. Sie hat Angst, große Angst, und doch entscheidet sie sich, dem Pastor die Wahrheit zu sagen. Die Worte fallen ihr schwer, gehen ihr kaum über die Lippen:

»Ich kann niemals wirklich gut sein, Vater. Wenn dem so wäre, hätte ich die Männer nicht getötet.«

Dies ist der Beginn einer Geschichte voller Schmerz und Verlust. Innere Zerrissenheit verfolgt Kjara, die vor ihrer Vergangenheit zu fliehen versucht − nicht nur für sich, sondern auch für ihren Verlobten Erik. Seit einem tragischen Vorfall in ihrer Kindheit trägt sie etwas in sich, das auf den Namen Akuma hört. Ist Kjara tatsächlich eine Mörderin? Wer oder was ist Akuma wirklich?  (Klappentext Akuma - Nicole Siemer)

Ich weiß nicht genau, was ich erwartet hatte, als ich das Buch angefangen habe, aber ganz sicher nicht das.

Die Geschichte handelt von der jungen Frau Kjara Winter. Anfangs wird man rücksichtslos in die Geschichte hineingeworfen und fragt sich, weswegen sie im Beichtstuhl ist, was sie getan hat.

„Ich kann niemals wirklich gut sein, Vater. Wenn dem so wäre, hätte ich die Männer nicht getötet.“

Mit diesen Satz hatte die Autorin mich.

Ich fragte mich, was das bedeuten sollte, was sie getan hatte und wer Akuma sein sollte. Am Anfang könnte man tatsächlich noch davon ausgehen, dass sie vielleicht eine gespaltene Persönlichkeit oder ähnliches hat.

Und dann kommen die Erinnerungen.

Einzelne Kapitel, zwischendurch immer wieder eingestreut, die Kjaras Kindheit zeigen. Und es wird klar: Akuma gibt es wirklich. Und er ist ein echter Dämon.

In der Gegenwart allerdings, versucht Kjara sich ein Leben mit ihrer neuen Liebe aufzubauen und mit der Vergangenheit, also auch mit Akuma, abzuschließen. Da der Dämon allerdings in ihr lebt, bleibt ihr nur die Möglichkeit, einen Exorzismus durchzuführen.

Diese Geschichte spielt fantastisch mit den Sichten auf „Gut“ und „Böse“. Ich musste schnell feststellen, dass nichts so ist, wie es scheint, oder wie ich es erwartet hatte.

Ich liebe Akuma! Er führt sich auf, wie ein kleines Kind und ist so süß, wenn er nicht gerade dabei ist jemanden zu töten.

Auch Kjara ist mir wirklich sympathisch, allerdings fand ich sie in Bezug auf Erik etwas naiv. Ich habe von Anfang an geahnt, dass etwas nicht stimmen kann, aber das könnte auch daher kommen, dass ich einfach schon sehr viel gelesen habe, oder generell misstrauisch bin.

Aber mein absolutes, unerwartetes Highlight ist tatsächlich der Pastor. Dieser spielt eine zunehmend wichtigere Rolle, da er auch derjenige ist, der den Exorzismus durchführen soll.

Ihr denkt, ich erzähle zu viel? Oh nein. Der Exorzismus ist genau genommen schon am Ende des ersten Drittels der Geschichte. Danach kommt noch so viel mehr, aber das werde ich euch nicht vorwegnehmen ;D

Für mich steht fest: Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

Es ist teilweise nichts für schwache Nerven, weswegen auch Trigger-Warnungen aufgelistet wurden (Akuma ist und bleibt nun einmal ein Dämon), aber das ist nur ein Bruchteil der ganzen Geschichte. Die Handlung ist so vielschichtig, dass ich noch lange nachdem ich das Buch beendet hatte, darüber nachdenken musste.

Klare 4 von 5 ⭐️!